Helleborus vesicarius

Helleborus vesicarius, Aucher (1841)

Blasige Nieswurz

Diese Helléborus Art  bewohnt Fels- und Schutthänge der sehr heißen und trockenen Küstenregionen des nördlichen Syriens und der südlichen Türkei und wurde in Höhen von 550 bis 1.500 Metern gefunden, sowie an offenen Stellen in Trockenwäldern mit lehmigem Boden. Hellèborus vesicarius durchlebt einen mediterranen Wachstumszyklus mit der Hauptwachstumszeit im Herbst und Winter und einer  Ruhephase während des trockenen und heißen Sommers.

Diese Art besitzt ein ähnliches Erscheinungsbild wie Hellèborus foetidus. Die zahlreichen, hellgrünen Laubblätter sind ebenfalls in drei Teilblätter untergliedert.

Die wenigen, kleinen, grünen Blüten, die am Rand rot, purpur oder bräunlich gefärbt sein können, weisen eine glockenartige Form auf. Nach der Blütezeit im Februar bis März zieht die Pflanze von Mai bis Juni ein. Als Anpassung an ihren Lebensraum entwickelt sich der Fruchtkörper bei Hellèborus vesicarius anders als bei den anderen Hellèborus Arten. Die einzelnen Fruchtknoten vergrößern sich zu kugeliegen, aufgeblasenen, trockenhäutigen Gebilden, die bei Samenreife vollständig von den Blütenstielen abbrechen und durch den Wind verbreitet werden. 

Die starken, fleischigen Wurzeln dienen während den ungünstigen Wachstumsbedingungen im Sommer als Vorratsspeicher für die Pflanzen. Sie sind tief in die schwere, humusreiche Erde gewachsen, um die geringe Menge an vorhandener Feuchtigkeit zu nutzen.

Eine weitere Besonderheit stellt der Wachstumsverlauf eines Hellèborus vesicarius Sämlings dar. In der ersten Vegetationsperiode sind nur die Keimblätter (= Kotyledonen) sichtbar. Die Wachstumsknospe (= Plumular) verbleibt in der Erde und vergrößert sich. Während der Ruheperiode im Sommer sterben die oberirdischen Keimblätter ab und im feuchten Herbst entwickeln sich aus der unterirdischen Knospe die Primärblätter. Insgesamt benötigt ein Helléborus vesicarius Sämling 4 bis 6 Jahre bis zur ersten Blüte. 

Während der Hauptwachstumszeit im Herbst und Winter sollte kein Frost auf die Pflanze einwirken und im Sommer sollte man sie möglichst trocken halten. Diesem Zyklus kann man am besten durch die Topfkultur gerecht werden. Die Pflanze sollte frostfrei überwintern und im Sommer an einen sonnigen Platz im Garten gestellt werden.