|
Blasige Nieswurz
Diese Helleborus-Art bewohnt Fels- und Schutthänge, sowie
offene Stellen in Trockenwäldern des nördlichen Syriens
und der südlichen Türkei. Sie wächst
dort in bergigen Küstenregionen, wo das Klima sehr heiß
und trocken sein kann.
H. vesicarius durchlebt einen mediterranen Lebenszyklus
mit der Wachstumszeit im Winter,
in der kein Frost auf die Pflanze einwirken sollte, und einer Ruhephase
während des trockenen und heißen Sommers.
Diesen Zyklus kann man am besten durch die Topfkultur gerecht werden,
da die Pflanze so während der Wachstumszeit im Winter frostfrei
gehalten und im Sommer während der Ruhephase nach draußen
gestellt werden kann.
H. vesicarius besitzt ein ähnliches Erscheinungsbild
wie H. foetidus. So sind die hellgrünen Laubblätter
auch in drei Teilblätter unterteilt. Desweiteren
weisen die grünen Blüten, die sich von
Januar bis März öffnen, ebenfalls eine
glockenförmige Struktur auf. Die Blüten selbst sind recht
klein und werden nicht sehr zahlreich gebildet, können aber
am Rand rot, purpurn oder braun gefärbt sein.
Als Anpassung an ihren Lebensraum entwickelt sich der Fruchtkörper
bei H. vesicarius anders als bei anderen Helleborus-Arten.
So vergrößern sich die einzelnen Fruchtknoten zu kugeligen,
trockenhäutigen Gebilden, die dann bei der Samenreife
vollständig von dem Blütenstiel abbrechen und durch den
Wind verbreitet werden. Eine weitere Besonderheit
stellt der Wachstumsverlauf des Sämlings von H. vesicarius
dar. So sind in der ersten Vegetationsperiode nur die beiden Keimblätter
(=Kotyledonen) zu sehen und die Wachstumsknospe, die sogenannte
Plumula, verbleibt in der Erde und vergrößert sich. Im
Sommer sterben die Keimblätter ab und nach der Ruheperiode
entwickeln sich aus der unterirdischen Knospe die Primärblätter.
Insgesamt benötigt ein H. vesicarius-Sämling
4-6 Jahre bis er blüht.
|