Helleborus vesicarius, Aucher (1841)

 
  Caulescent
  - H. argutifolius
  - H. foetidus
  - H. lividus
   
  Caulescent/Acaulescent:
  - H. niger
   
  Acaulescent
  - H. abruzzicus
  - H. atrorubens
  - H. bocconei
  - H. croaticus
  - H. cyclophyllos
  - H. dumentorum
  - H. hercegovinus
  - H. istriacus
  - H. liguricus
  - H. occidentalis
  - H. odorus
  - H. orientalis
  - H. purpurascens
  - H. thibetanus
  - H. torquatus
  - H. vesicarius
  - H. viridis
   
  Artkreuzungen
  - H. x sternii
- H. x ericsmithii
- H. x nigercors
- H. x ballardiae
- H. x glandorfii


Blasige Nieswurz

Diese Helleborus-Art bewohnt Fels- und Schutthänge, sowie offene Stellen in Trockenwäldern des nördlichen Syriens und der südlichen Türkei. Sie wächst dort in bergigen Küstenregionen, wo das Klima sehr heiß und trocken sein kann.

H. vesicarius durchlebt einen mediterranen Lebenszyklus mit der Wachstumszeit im Winter, in der kein Frost auf die Pflanze einwirken sollte, und einer Ruhephase während des trockenen und heißen Sommers. Diesen Zyklus kann man am besten durch die Topfkultur gerecht werden, da die Pflanze so während der Wachstumszeit im Winter frostfrei gehalten und im Sommer während der Ruhephase nach draußen gestellt werden kann.

H. vesicarius besitzt ein ähnliches Erscheinungsbild wie H. foetidus. So sind die hellgrünen Laubblätter auch in drei Teilblätter unterteilt. Desweiteren weisen die grünen Blüten, die sich von Januar bis März öffnen, ebenfalls eine glockenförmige Struktur auf. Die Blüten selbst sind recht klein und werden nicht sehr zahlreich gebildet, können aber am Rand rot, purpurn oder braun gefärbt sein.

Als Anpassung an ihren Lebensraum entwickelt sich der Fruchtkörper bei H. vesicarius anders als bei anderen Helleborus-Arten. So vergrößern sich die einzelnen Fruchtknoten zu kugeligen, trockenhäutigen Gebilden, die dann bei der Samenreife vollständig von dem Blütenstiel abbrechen und durch den Wind verbreitet werden. Eine weitere Besonderheit stellt der Wachstumsverlauf des Sämlings von H. vesicarius dar. So sind in der ersten Vegetationsperiode nur die beiden Keimblätter (=Kotyledonen) zu sehen und die Wachstumsknospe, die sogenannte Plumula, verbleibt in der Erde und vergrößert sich. Im Sommer sterben die Keimblätter ab und nach der Ruheperiode entwickeln sich aus der unterirdischen Knospe die Primärblätter. Insgesamt benötigt ein H. vesicarius-Sämling 4-6 Jahre bis er blüht.