| Verwendung:
Neben dem Endstandort im Garten besitzt Helleborus noch weitere
reizvolle Verwendungszwecke.
So ist zur Weihnachtszeit eine blühende Christrose das Highlight
einer jeden Weihnachtsdekoration. Jedoch sollte die Staude nicht
allzulange in der trockenen Wärme der Wohnstube verbleiben,
damit sie ihren eigentlichen Zweck als dekorative Staude im Garten
noch erfüllen kann.
Aufgrund ihres kompakten Wuchses und lang haltenden Blüten
eignet sich Helleborus auch ideal für die Grabbepflanzung,
sowohl direkt auf dem Grab ausgepflanzt oder geschickt mit anderen
Stauden oder Gräsern in einer Schale arrangiert.
Die Blüten von Helleborus können außerdem als
Schnittblumen verwendet werden. In der Floristik sind die grünblütigen
Arten für Gestecke sehr beliebt, aber auch die reinweißen
Blüten von H. niger haben hier ihre Verwendung. Desweiteren
werden beispielsweise die grau-grünen Blätter von H. foetidus
in der Floristik verwendet.
Bei dem Schneiden von Helleborus-Blüten für die Vase,
muss darauf geachtet werden, dass die Blüten reif sind. Ansonsten
gilt, dass jedes Blumengesteck, in dem Helleborus verwendet wurde,
am besten an einem kühlen Platz aufgestellt werden sollte,
wodurch sich die Blütezeit deutlich verlängert. Mit ausreichend
Wasser versorgt, kann sich ein solches Gesteck mehrere Wochen halten.
Pflanzung:
Um sich später an reich blühenden Pflanzen zu erfreuen,
sollten bei der Pflanzung ein paar Dinge beachtet werden. Zunächst
einmal sollte es sich um einen sonnigen bis halbschattigen
Standort handeln. Zwar gedeihen Helleborus auch im Schatten,
aber zur vollen Blütenpracht wie im Halbschatten kommt es hier
nicht. Für den Fall, dass sie ein Beet in der vollen Sonne
haben, aber trotzdem nicht auf den Charme von Helleborus verzichten
möchten, empfiehlt es sich sommergrüne Sträucher
zu pflanzen. Der sich schnell einstellende Halbschatten ist dann
ideal für Helleborus.
Es können auch Sträucher mit einem
besonderen Zierwert im Herbst und Winter gepflanzt
werden, die dann zusammen mit Helleborus einen besonders schönen
Blickfang in der kalten Jahreszeit darstellen. Hierzu zählt
z.B. der Hartriegel Cornus alba `Sibirica‘
mit seinen roten Trieben oder aber auch der Eisenholzbaum
(Parrotia persica) mit seiner intensiven Herbstfärbung. Bei
anderen Begleitpflanzen sollte darauf geachtet
werden, dass sie nicht zu schnell wachsen und die Helleborus
nicht „überwuchern“. Hierzu zählen
beispielsweise Frühjahrsblüher, wie Schneeglöckchen
(Galanthus nivalis), oder das Leberblümchen (Hepatica nobilis).
Ein weiterer Punkt der bei der Pflanzung berücksichtigt werden
sollte, ist die Bodenart. Für eine ausreichende
Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen, während
des Sommers und des Winters (Blütezeit), sollte der Boden humusreich,
kalk- und lehmhaltig sein. Jedoch ist ein zu hoher
Lehmanteil nicht empfehlenswert, da es ansonsten zu
Staunässe und in Folge dessen zu Wurzelschäden
oder sogar schlimmstenfalls zum Absterben der Pflanzen kommen kann.
Aber man kann durch die Einarbeitung bestimmter Bodenhilfsstoffe,
wie z.B. Humus oder Sand, einen Standort verbessern, so dass auch
auf zuvor nicht geeigneten Standorten Helleborus gedeihen können.
Bei einem leichten Boden kann durch Zugabe
von Humus die Wasserhaltefähigkeit und die Nährstoffverfügbarkeit
erhöht werden. Die Gefahr von Staunässe kann bei schweren
Böden mit Hilfe von Kompost oder Sand behoben werden. Helleborus
bevorzugen an ihrem Standort einen eher alkalischen pH-Wert. Sollte
dieses nicht vorliegen, kann der pH-Wert mit Hilfe von kohlensaurem
Kalk angehoben werden. Zerkleinerte Eierschalen können auch
hilfreich sein, den pH-Wert anzuheben.
Das Pflanzloch sollte so angelegt werden, dass
es mindestens die doppelte Größe von dem Topfballen
aufweist, so dass sich die neu entwickelnden Wurzeln ungehindert
ausbreiten können. Beim Einsetzen der Pflanze ist darauf zu
achten, dass die Pflanze nicht zu tief im Boden „versenkt“
werden. Die optimale Pflanztiefe liegt vor, wenn
der Topfballen nur leicht mit Erde bedeckt
ist. Nach dem Pflanzen sollte der Boden um die Pflanze andrückt
und ausreichend gewässert werden, so dass
eventuell entstandene Hohlräume im Boden wieder mit Erde füllen.
In der Zeit nach der Pflanzung ist auf eine ausreichende
Wasserversorgung zu achten, damit sich die neu entwickelnden
Wurzeln gut entwickeln können. Sobald die Wurzeln in tiefere
Bodenschichten vorgedrungen sind, beschränkt sich das Wässern
nur noch auf Hitzeperioden im Sommer.
Werden die oben genannten Punkte berücksichtigt, wächst
und gedeiht Helleborus ohne dass es besonders viele Mühen des
Gärtners bedarf. Zu viel Pflege, wie z.B.
regelmäßiges Lockern des Bodens schadet der Pflanze
sogar, da das oberflächige Wurzelsystem zerstört und die
Pflanze bei ihrer Entfaltung gestört wird. Ideal für Helleborus
ist es, dass herabgefallene Laub des Vorjahres
als Mulchschicht um die Pflanzen zu belassen.
Hierdurch wird das Bodenleben, wie z.B. Regenwürmer, gefördert,
die wiederrum durch Einarbeitung von organischer Substanz in den
Boden zu einer Durchlüftung und Durchmischung des Bodens beitragen.
Außerdem wird die Mulchschicht, die gleichzeitig den Boden
vor zu starker Austrocknung schützt, durch Bodenorganismen
im Laufe der Zeit zersetzt und liefert so auf natürliche
Weise Nährstoffe für die Pflanzen |