Krankheiten & Schädlinge

   

Durch den richtig gewählten Standort sind Helleborus in der Regel widerstandsfähig genug, um Angriffen von tierischen oder pilzlichen Schaderregern zu trotzen. Außerdem ist es den Züchtungsarbeiten der vergangenen Jahre zu verdanken, dass Sorten von Helleborus verfügbar sind, die wenig anfällig für Krankheiten sind (siehe Helleborus Gold Collection).

Jedoch gibt es einige wenige Krankheiten bzw. Schädlinge, die an Helleborus vorkommen können und nachfolgend beschrieben werden.

So können an jungen Pflanzen oder frischen Blättern Blattläuse auftreten und äußerst selten auch Miniermotten. Die Bekämpfung dieser ungebetenen Gäste wie auch die Bekämpfung von Schnecken, die in feuchten Sommern erscheinen können, kann mit den dafür vorgesehenen Mitteln aus dem Fachhandel erfolgen. Bei der Schneckenbekämpfung kann auch die alt bekannte „Bierfalle“ eingesetzt werden. Außerdem kann eine Brennnessellbrühe angesetzt werden, und in verdünnter Form, je nach Intensität der Brühe, zur Blattlausbekämpfung eingesetzt werden.

Gelegentlich kann es in einem strengen Winter durch Mäuse zum Abfressen von Knospen kommen. Hier kann die Katze vom Nachbarn recht hilfreich sein.

Bei einem unerklärbaren Kummerwuchs der Pflanzen, der auch bei bester Pflege nicht verschwindet, kann es sich um einen Befall mit Wurzelnematoden handeln. Hierbei handelt es sich um winzige Fadenwürmer, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Die Nematoden saugen an den Wurzeln und behindern die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanze. Eine Bekämpfung ist nur schwer möglich. Deshalb sollte man Pflanzen, die solche Symptome zeigen, über den Restmüll entsorgen, damit sich die Nematoden nicht ausbreiten.

Desweiteren können sich Thripse im Herbst auf den Pflanzen niederlassen. Hiergegen muss in der Regel nichts unternommen werden, da sie mit den ersten Frösten genauso schnell wieder verschwinden wie sie aufgetaucht sind.

Im Vergleich zu den von tierischen Schaderregern hervorgerufenen Schäden sind die von Pilzen verursachten Krankheiten weitaus unerfreulicher, da sie nicht nur das Erscheinungsbild der Pflanze beeinträchtigen sondern sogar zum Absterben der gesamten Pflanze führen können.

Als am weitesten verbreiteter Pilz, der Helleborus befällt, ist Coniothyrium hellebori zu nennen, der die sogenannte Schwarzfleckenkrankheit hervorruft. Wie der Name schon sagt, erscheinen auf den befallenen Pflanzenteilen schwarze Flecken, die häufig vom Blattrand ausgehen. Da alle Pflanzenteile von Helleborus befallen werden können, sollte bei den ersten Anzeichen eines Befalles sofort mit einem gründlichen Pflegeprogramm begonnen werden. Dies beinhaltet, das rigorose Entfernen der befallenen Pflanzenteile und das anschließende Entsorgen im Restmüll, damit es zu keiner Ausbreitung des Pilzes kommt. Die verbliebenen Pflanzenteile können mit einem Fungizid aus dem Fachhandel behandelt werden. Nach den Sofortmaßnahmen sollte man in der nächsten Zeit ein besonderes Augenmerk auf die befallene Pflanze haben und gegebenenfalls die Behandlung wiederholen. Indirekt lässt sich der Pilz durch eine Optimierung des Standortes verbessern, da ein Befall durch einen zu niedrigen pH-Wert oder einen zu feuchten Standort begünstigt wird.

Die Schwarzfleckenkrankheit sollte nicht mit dem vor kurzem in England festgestellten „Black Death“ verwechselt werden. Hierbei handelt es sich vermutlich um einen Virus, der auf den befallenen Pflanzenteilen, zu denen auch die Blüten zählen, schwarze Flecken, Streifen oder Sprenkel verursacht. Da Viren nicht bekämpft werden können, sollten befallene Pflanzen unverzüglich vernichtet werden. Als vorbeugende Maßnahme empfiehlt es sich auftretende Blattläuse direkt zu bekämpfen, da sie als Virusüberträger gelten.

Im Frühjahr können augenscheinlich gesunde Blattstiele von einer Rhizom- und Stängelgrundfäule befallen werden. Diese äußert sich dadurch, dass die Triebe ohne ersichtlichen Grund am Boden abknicken und an der Basis braune bis schwarze Faulstellen aufweisen. Hierfür können verschiedene Pilze, wie z.B. Pythium, Phytophthora oder Rhizoctonia verantwortlich sein. Da eine Bekämpfung dieser Erreger schwierig ist, sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen in einen gut drainierten Boden gepflanzt werden, da Staunässe ein Auftreten dieser Pilze begünstigen kann.

Das waren die unter ungünstigen Bedingungen an Helleborus vorkommenden Schaderreger und Krankheiten. Sollte sich ein anderer Besucher oder ein anderer Pilz auf Ihren Helleborus verirrt haben, so können sie bestimmt im Fachhandel weitere Informationen bekommen oder sie nutzen unser Gästeforum.